Mit der photodynamischen Therapie (PDT) können Hautkrebse und ihre Vorstufen ohne Operation und narbenfrei entfernt werden. Bei dieser Therapie werden die erkrankten Hautareale mit einem speziellen intensiven Licht bestrahlt, wobei die erkrankten Hautzellen vorher in besonderen Maße für dieses Licht sensibilisiert werden. Nach der Therapie werden die kranken Hautzellen innerhalb von Tagen bis Wochen abgestoßen und durch gesunde und frische Zellen ersetzt. Üblicherweise entstehen keine Narben bei der Behandlung.
Diese neue Therapie kann bei Basaliomen und bei aktinischen Keratosen eingesetzt werden.
Bei einem Basaliom handelt es sich um einen häufigen Hautkrebs, der zwar an Ort und Stelle aggressiv wächst, aber keine Töchtergeschwülste setzt. Dieser Krebs muß gründlich entfernt werden, was bislang nur durch operative Verfahren möglich war.
Bei aktinischen Keratosen handelt es sich um Hautschäden, aus denen häufig nach Jahren andere Typen von Hautkrebsen (Spinaliome) hervorgehen. Eine gründliche vorbeugende Behandlung ist daher angezeigt. Mit der PDT steht erstmals eine Therapie zur Verfügung, die auch großflächig betroffene Areale sanieren kann.
Es erfolgen 2 Behandlungen, die im Abstand von 2 Wochen oder länger durchgeführt werden. In der ersten Sitzung werden zunächst oberflächliche Krusten abgetragen, anschließend eine Creme aufgetragen. Diese Creme macht die kranken Hautzellen für die nachfolgende Lichtbestrahlung empfindlich. Nachdem die Creme mehrere Stunden unter Abdeckfolie eingewirkt hat, wird die betroffene Hautregion mit einem starken, kalten Rotlicht etwa 10 Minuten bestrahlt. Bei der Behandlung merkt der Patient ein Kribbeln, zum Teil auch einen Schmerz, deshalb wird die Einnahme eines Schmerzmittels 1 Stunde vor der Belichtung empfohlen.
Nach der Behandlung sollte der Patient starke Sonne meiden. Es kommt zur Abstoßung des kranken Gewebes, was der Patient als Rötung, Schwellung und Krustenbildung bemerkt. In den meisten Fällen sind diese Nebenwirkungen innerhalb von 1-2 Wochen nach der zweiten Behandlung abgeklungen. Danach sind die kranken Zellen durch gesundes Gewebe ersetzt, Narben sind üblicherweise nicht zu sehen.
Verschiedene Alternativen stehen zur Verfügung, so dass immer im Einzelfall entschieden wird, ob die PDT angewendet werden sollte.
Üblicherweise werden sonst operative Verfahren, bei oberflächlichen Herden auch starke Vereisungen eingesetzt. Bei diesen Verfahren besteht ein deutliches Narbenrisiko. Bei operativen Verfahren kann bei mikroskopisch kontrollierter Therapie häufig eine vollständige Entfernung sichergestellt sein, die Erfolgsquote der PDT liegt bei über 90%.
Eine Vereisungsbehandlung ist günstig für kleine ausgewählte Herde, da das hiermit verbundene Narbenrisiko tolerabel ist. Alternativ kann durch Cremes mit hornlösenden und antientzündlichen Zusätzen versucht werden, eine Weiterentwicklung der Herde zu bremsen.
Möchte man bei einer Therapie nicht nur die sichtbar geschädigten Bereiche entfernen, sondern auch die in der Umgebung liegenden, noch nicht sichtbaren Schäden, ist die PDT zu bevorzugen. Hierbei können ausgedehnte Areale bei minimalen Narbenrisiko in 1-2 Sitzungen komplett entfernt werden. Besonders empfehlenswert ist auch die Behandlung von Lokalisationen, an denen Operationen nur unter erschwerten Bedingungen möglich sind (z.B. Nase, Ohren etc.). Als Alternative zur PDT ist die lokale Behandlung mit einem neuen Immunmodulator (Imiquimod, unter dem Namen Aldara im Handel) zu nennen. Diese Behandlung ist ähnlich erfolgreich, zieht sich jedoch bei etwas geringeren Kosten über Monate hin.
Gute Behandlungsergebnisse sind in zahlreichen Studien belegt. Derzeit gilt die PDT jedoch als unwirtschaftlich, da die Bestrahlungsgeräte und die lichtsensibilisierenden Substanzen teurer sind, als für die operative Entfernung gezahlt wird. Aus diesem Grunde werden die Therapiekosten nur von den privaten Krankenkassen übernommen.
Hier ist anzumerken, dass neue alternative Therapien für die kassenärztliche Medizin zumeist nur dann zugelassen werden, wenn sie eindeutig zur Kostenersparnis führen. Entsprechend ist derzeit die Aussicht auf eine Zulassung der PDT als kassenärztliche Leistung gering.
Gern berät Sie unserer Praxisteam, wann eine Behandlung mittels PDT möglich ist. Wir werden diese moderne Therapie ausschließlich dann einsetzen, wenn ein eindeutiger Vorteil in dem speziellen Krankheitsfall gegeben ist.